Der Euro, das neue Geld
Es gibt acht verschiedene Münzen und sieben Euro-Scheine. Die Scheine sind in allen Euro-Ländern gleich. Bei den Münzen sind nur die Vorderseiten und die Riffelung der Ränder gleich, die Rückseite kann jedoch jedes Land landestypisch prägen. Trotzdem gelten alle Münzen in allen Euro-Ländern.
Zur Einführung werden in Europa 50 Milliarden Euro-Münzen und 15 Milliarden Euro-Banknoten in Umlauf gebracht. In Deutschland sind es 15,5 Milliarden Münzen und 4,8 Milliarden Scheine, also ungefähr ein Drittel.
Die Münzen
Die Euro-Münzen haben die Werte 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Cent sowie 1 und 2 Euro. Sie lassen sich in drei Gruppen aufteilen, nach Wert und Farbe.
Die 1, 2 und 5 Cent Münzen
Münzen mit einstelligen Cent-Werten sind kupferfarben (wie die kleinen Pfennig-Münzen). Auf der Vorderseite ist rechts unten eine Weltkugel zu sehen, bei der die Länder der Europäischen Gemeinschaft durch eine andere Oberfläche hervorgehoben sind. Auf der Rückseite der in Deutschland geprägten 1, 2, und 5 Euro-Cent Münzen ist Eichenlaub (ein Eichenzweig mit Blättern und zwei Eicheln) zu sehen.
Die 10, 20 und 50 Cent Münzen
Die Münzen mit zweistelligen Cent-Werten sind goldfarben (wobei sie offiziellen wohl eher als bronzefarben gelten). Auf der Vorderseite sind links neben der Wertzahl die Länder der Europäischen Gemeinschaft abgebildet, allerdings nicht geographisch zusammenhängend sondern einzeln, leicht getrennt von einander. Auf der Rückseite der in Deutschland geprägten 10, 20, und 50 Euro-Cent Münzen ist das Brandenburger Tor zu sehen.
Die 1 und 2 Euro Münzen
Die 1 und 2 Euro Münzen sind zweifarbig, silber und gold.
Die 1 Euro Münze hat einen silbernen Kern eingefaßt
in einem goldenen Ring.
Die 2 Euro Münze ist es genau umgekehrt, sie hat einen
goldenen Kern eingefaßt in einem silbernen Ring.
Die Wertzahl steht zum größten Teil im Kern, geht aber
links unten auch in den Ring über.
Auf der Vorderseite sind rechts neben der Wertzahl die Länder
der Europäischen Gemeinschaft zusammenhängend
(d.h. geographisch korrekt) abgebildet.
Auf der Rückseite der in Deutschland geprägten
1 und 2 Euro Münzen ist der Bundesadler zu sehen.
Die 2 Euro Münze hat noch eine Besonderheit. In ihrer
Randprägung ist zusätzlich noch ein Text eingraviert,
der vom 5 D-Mark Stück übernommen wurde: "Einigkeit
und Recht und Freiheit". Dieser Text ist natürlich eine
nationale Eigenschaft der in Deutschland geprägten 2 Euro
Münze.
Größe
Die Münzen einer Farbe werden mit dem Wert immer größer. D.h. die 50 Cent Münze ist größer als die 20 Cent Münze und die wiederrum ist größer als die 10 Cent Münze. Dies gilt aber wirklich nur bei farbgleichen Münzen, denn die 50 Cent Münze ist beispielsweise etwas größer als die 1 Euro Münze und 5 Cent Münze ist größer als die 10 Cent Münze.
Verglichen mit den Pfennig und D-Mark Münzen sind die 1 Pfennig und 1 Cent Münzen in etwa gleich groß. Ebenfalls (ungefähr) gleich groß sind 2 Pfennig und 10 Cent, 5 Pfennig und 2 Cent sowie 10 Pfennig und 5 Cent.
Von der Dicke her sind die Euro und Euro-Cent meist etwas dicker als die vergleichbaren Pfennig und D-Mark Münzen. Auch im Gewicht bemerkt man Unterschiede. Die neuen Euro-Münzen sind schwerer als die wertzahlgleichen Pfennig oder D-Mark Münzen. Dafür sind sie natürlich auch ungefähr das doppelte Wert, so daß man vom Gewicht her zukünftig wahrscheinlich nicht mehr Münzgeld bei sich tragen wird. Wobei die 2 Euro Münze nur etwas weniger als das 5 D-Mark Stück wiegt (weniger als 1 Gramm). Die auffälligsten neuen Münzen sind wohl die 5 Cent Münze sowie die 50 Cent Münze. Die 5 Cent Münze wegen ihrer Größe, die 50 Cent Münze wegen ihrer Größe und insbesondere auch wegen ihres Gewichts. Sie ist größer als die 1 Euro Münze und auch fast genauso schwer.
Randprägung
Die Münzen haben verschiedene Randprägungen. Durch Ertasten dieser Randprägung kann der Wert einer Münze festgestellt werden. Allerdings haben einige Münzen auch die gleich Randprägung. Diese unterscheiden sich dann aber deutlich in ihrer Größe, wodurch wieder eine Zuordnung zu einem Wert möglich ist.
Diese Eigenschaft ist natürlich insbesondere für sehbehinderte Menschen (also nicht nur Blinde, sondern auch Menschen, die schlecht sehen können) gedacht, die damit die Möglichkeit haben, den Wert einer Münze relativ einfach und schnell zu bestimmen. Mit der Randprägung hat man feste Eigenschaften. Größe und Gewicht alleine waren ohne eine feste Vergleichsgröße doch sehr vom subjektiven Eindruck abhängig.
Auch als Sehender kann man die Randprägung nutzen, zum Beispiel wenn man abends im Dunkeln vor einem Automat steht. Im schwachen Licht kann man die größeren Münzen übrigens nur schwer unterscheiden (mein subjektiver Eindruck), da die zweifarbigen Münzen sich farblich den goldenden Münzen annähern. Dann hilft nur noch die Größe der Münzen als Unterscheidungsmerkmal, doch die ist auch recht ähnlich (speziell beim 50 Cent und beim 1 Euro Stück).
Das Erlernen der Randprägungen geht jedenfalls sehr schnell. Ein Sehender wird die Münzen nach einigen Minuten selbständig ertasten können. Ein Sehbehinderter wird wahrscheinlich etwas länger brauchen, da er, wenn er alleine ist, nicht so einfach nachprüfen, ob seine gegebenen Antworten richtig sind. Aber vielleicht schätze ich das als Sehender auch falsch ein.
In der folgenden Übersicht werden die Randprägungen
der einzelnen Münzen beschrieben.
Kleiner Tipp: Gleiche Randprägungen haben jeweils die beiden
Münzen einer Farbe, die eine 1 und eine 5 in der
Wertzahl haben, also 1 und 5 Cent sowie 10 und 50 Cent.
- 1 und 5 Cent
- Diese Münzen haben einen glatten Rand.
- 2 Cent
- Der Rand der 2 Cent Münze hat eine durch den ganzen Rand laufende Rille. Es ist die einzige Münze ohne glatten Rand, bei der die Vertiefungen nicht von der Vorder- zur Rückseite gehen.
- 10 und 50 Cent
- Um den ganzen Rand der Münzen sind grobe Kerben, die von der Vorder- zur Rückseite gehen.
- 20 Cent
- Diese Münze hat sieben, gleichmäßig über den Rand verteilte, grobe Kerben, die von der Vorder- zur Rückseite gehen. Die Kerben sind so groß wie bei den 10 und 50 Cent Stücken, nur ist bei der 20 Cent Münze nicht der ganze Rand eingekerbt. Zwischen den sieben Kerben ist der Rand glatt. Die sieben Einkerbungen kann man auch gut sehen, wenn man die Vorderseite oder die Rückseite der Münze betrachtet.
- 1 Euro
- Der Rand der 1 Euro Münze ist in sechs gleich große Bereiche aufgeteilt, die abwechselnd jeweils glatt und dann fein geriffelt sind. Die Riffellung (Kerbung) entspricht von der Feinheit der der 2 Euro Münze.
- 2 Euro
- Der gesamte Rand der Münzen ist fein geriffelt (mit Kerben, die von der Vorder- zur Rückseite gehen). Also ähnlich der 1 Euro Münze, nur dass die Riffellung nicht wie bei der 1 Euro Münze unterbrochen wird.
Die Scheine
Die sieben
Euro-Scheine
haben die Werte
5,
10,
20,
50,
100,
200 und
500 Euro.
Die Banknoten unterscheiden sich in Größe,
Farbe und Motiv voneinander.
Die Motive der ersten Serie der Euro-Banknoten haben
das Thema "Zeitalter und Stile in Europa".
Auf der Vorderseite der Scheine sind Tore und Fenster
und auf der Rückseite Brücken dargestellt.
Die Scheine werden mit dem Wert immer größer.
Der 500 Euro Schein ist kleiner als der 1000 D-Mark Schein
und sollte so (im Gegensatz zum 1000 D-Mark Schein) in die
meisten Geldbörsen passen.
Sicherheitsmerkmale
Jeder Schein hat sechs Sicherheitsmerkmale, die man schon in ähnlicher Form von den D-Mark Scheinen her kennt. Deutlich fühlen kann man ein Relief mit den Abkürzungen der Europäischen Zentralbank.
Drei Merkmale kann man im Gegenlicht sehen. Die verstückelte Wertzahl auf der Vorderseite oben neben der stilisierten Europaflagge setzt sich erst im Gegenlicht zusammen. Ebenfalls sichtbar im Gegenlicht ist der Sicherheitsfaden in der Mitte des Scheines, der eine Mikroschrift mit dem Wert und dem Wort "Euro" trägt. Das dritte sichtbare Merkmal ist das Wasserzeichen mit dem jeweiligen Architekturmotiv des Scheines und der Wertzahl (beidseitig sichtbar).
Durch Kippen der Scheine werden zwei weitere Merkmale sichtbar.
Zum einen Hologramme, die je nach Lichteinfall und Blickwinkel
zwischen Architekturmotiv des Scheines und Wertzahl wechseln.
Bei den kleinen Scheinen (5, 10 und 20 Euro) sind die Hologramme
auf einem Folienstreifen quer über den ganzen Schein verteilt.
Bei den großen Scheinen (50, 100, 200 und 500 Euro) sind
vorne rechts Folienelemente mit dem Hologramm aufgebracht.
Das zweite Merkmal, das beim Kippen auf den Scheinrückseiten
sichtbar wird, ist bei den kleinen Scheinen der Perlglanzstreifen,
der abwechselnd das Euro-Symbol und den jeweiligen Wert zeigt.
Bei den Scheinen ab 50 Euro wechselt der Streifen beim Kippen die
Farbe der großen Wertzahl von Purpurrot zu Olivgrün
oder Braun.
Fälschungen erkennen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten Fälschungen zu
erkennen. Eine davon sind UV-Lampen, die auch schon zu D-Mark
Zeiten in vielen Geschäften benutzt wurden.
Der Quick-Tester (ca. 10 Euro) ist ein Filzstift, der auf echtem
Notenpapier keine Spuren hinterläßt.
Der Cash-Tester (ca. 150 Euro) prüft physikalische Eigenschaften
der Banknoten. Dieses Gerät ist allerdings eher für
Leute gedacht, die viel mit Geld umgehen müssen, wie
z.B. Taxifahrer.
Weiterführende Informationen
Auf der Website der Europäischen Zentralbank gibt es weitere deutschsprachige Informationen zum Euro.