Das FidoNet
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Das FidoNet ist ein internationales Netz mit Systemen in sechs der sieben Kontinente: Nordamerika, Europa, Australien, Südamerika, Afrika und Asien. Es ist das älteste und immer noch das größte Hobby-Netz von Computersystemen, auch wenn die Anzahl der Teilnehmer in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist.
Derzeit besteht das Fidonet ungefähr 10.000 Hauptsystemen. Diese Hauptsysteme werden Nodes genannt. Sie sind die eigentlichen Mitglieder des FidoNets. Dazu kommen noch eine unbestimmte Anzahl von Points und (wenn auch heutzutage eher selten) Online-Usern. Sie sind (neben den Mitgliedern) die Teilnehmer des FidoNets.
Nodes, Points und Online-User
Nodes sind wie gesagt die Hauptsysteme im Fidonet. Sie tauschen Mails des eigenen Systems sowie Mails von anderen Teilnehmern mit anderen Systemen aus. Nodes beziehen Mails von anderen Systemen und geben sie an Points oder andere Nodes weiter oder machen sie Online-Usern über eine Mailbox zugänglich.
Im Unterschied dazu beziehen Points die Mails in der Regel von einem oder manchmal auch von mehreren Nodes und geben sie nicht weiter, d.h. Points sind normalerweise reine Endsysteme. Es gibt allerdings auch Ausnahmen von dieser Regel, denn rein technisch gesehen ist ein Pointsystem das fast gleiche wie ein Nodesystem. Fußnote: Der einzige Unterschied liegt in der Pointnummer. Diese wird bei den Routinginformationen in EchoMails (das sind Diskussionsforen, vergleichbar mit den Newsgroups im Usenet) nicht mitgesichert. Dass macht zwar eine Weiterverteilung fü ein Pointsystem nicht unmöglich, es hat aber ein paar kleine Nachteile, weswegen es in solchen Fällen, d.h. wenn ein Point Mails weiterverteilen möchte, besser ist, wenn dieser Point Node wird.
Darin liegt auch der Hauptunterschied zwischen
einem Point und einem Online-User. Ein Online-User
hat nicht die gleiche Technik (Software) wie der
Node und muss sich immer mit einem Client-Programm
(ein sogenanntes Terminal-Programm) in ein spezielles
Programm (BBS- bzw. Mailbox-Programm) des Nodesystems
einwählen und dort die Mails online lesen und
schreiben.
Dies muss ein Point nicht.
Ein Point ruft mit seiner Software den Node an
und tauscht dann mit der Software auf dem Nodesystem
die Mails aus.
Der Point selbst kann dann, wie auch der
Systembetreiber des Nodesystems, seine Mails offline
lesen und auch offline schreiben.
Die Software, die der Point benutzt ist funktional
betrachtet der Software, die der Node benutzt,
ähnlich, wenn nicht gar identisch. Der einzige
Unterschied, der bestehen kann ist, dass das Pointsystem
nicht angerufen können werden muss und es deswegen
sein kann, dass die Software des Points deswegen diese
Funktion nicht unterstüzt.
Die Nodesoftware, die Points oder andere Nodes anrufen, muss der Node betreiben. Dagegen ist eine Mailbox als Online-Zugang quasi nur eine weitere Zugangsmöglichkeit, die aber keinesfalls Pflicht ist. Heutzutage ist es auch so, dass Nodes mit zusätzlicher Mailbox eher die Ausnahme sind, denn es gibt nur noch sehr wenige Online-User und es kommen praktisch keine neuen Online-User dazu.
Software
Ein FidoNet-System besteht in der Regel aus drei Hauptkomponenten:
- einem Mailer
- einem Tosser
- einem Netmail-Packer
Dazu kommen noch zwei weitere wichtige Komponenten, damit der Systembetreiber auch selbst Nachrichten lesen und schreiben kann:
Mit diesen insgesamt fünf Komponenten kann man schon ein Node- oder Pointsystem betreiben.
Mailer
Der Mailer ist die Kompomente, die Verbindungen zu anderen
Systemen aufbaut. Über diese Verbindungen werden dann
die Mails als speziell formatierte Dateien versendet und
auch empfangen.
Urspünglich haben die Mailer dazu ein Modem und eine
Wählleitung verwendet. Dies ist heutzutage auch immer
noch so, nur dass noch weitere Möglichkeiten, wie ein
Mailer eine Verbindung zu einem anderen Mailer aufbauen
kann, hinzugekommen sind. Mittlerweile sehr verbreitet
ist ISDN. Abgesehen davon, dass sich der Mailer anders
mit dem Endgerät unterhalten muss, funktioniert dies
aber so, wie beim Modem, d.h. es wird immer noch eine
Wählleitung verwendet.
Seit einigen Jahren verbreiten sich aber auch immer mehr
Mailer, die keine Wählleitung benuten sondern über
ein Netzwerk (genauer gesagt TCP/IP) eine Verbindung zu einem
anderen Mailer herstellen. Die Verbindung, über die
die IP-Pakete laufen, kann zwar weiterhin eine Wählleitung
sein, die über ein Modem oder ISDN aufgebaut wurde,
allerdings ist dies nicht notwendig und der Mailer selbst
weiss auch nichts mehr davon.
Trotz verschiedener Techniken und Transportmedien, die
teilweise inkompatibel zueinander sind, haben alle Mailer
eine gemeinsame Eigenschaft, die sie auszeichnet und durch
die sie erst zum Mailer werden: Alle Mailer stellen zum
Übertragen von Mails immer eine direkte logische
Verbindung zu einem anderen Mailer her. Dabei gibt es
protokollbedingt einen sogenannten Handshake, bei dem sich
die Partner gegenseiten ausweisen.
Tosser, Scanner
Der Tosser ist ein Programm oder der Teil eines Programmes, welcher eingehende Dateien mit Mails verarbeitet und gegebenenfalls weiter verteilt. Der Scanner ist dagegen die Komponente, die lokal geschriebene ausgehende Mail (EchoMail) sucht und an die angeschlossenen Systeme verteilt. Meist sind Tosser und Scanner ein Programm, weil sie für die Verteilung von Mails die gleichen Techniken und Funktionen verwenden.
Binkd